Kultur & Geschichte

Geschichte, Tradition & Kultur

Chalkidiki blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, die über die Jahrtausende die reiche Tradition und Kultur der Region maßgeblich geprägt hat.

Nachfolgend finden Sie eine kurze Zusammenfassung über die Rolle, die Chalkidiki in der griechischen Geschichte gespielt hat.

Mythologie: Der griechischen Mythologie folgend war Chalkidiki in der Antike als "Flegra" (Ort des Feuers) bekannt. Angeführt von Zeus, kämpften die Olympischen Götter hier in einer epischen Schlacht gegen die Kinder von Gaia (Mutter Erde) und Uranus. Dieser Kampf wurde bekannt als Gigantomaxia (Kampf der Giganten).

Chalkidikis erster "Finger" Kassandra bekam ihren Namen von Kassandros, König von Makedonien; die Halbinsel Sithonia wurde nach Sithon, einem Sohn von Poseidon, dem griechischen Gott des Meeres, benannt. Und der Riese Athos gab der dritten Halbinsel ihren Namen.

Vorgeschichte: Archäologische Ausgrabungen in der Höhle von Petralona (ca. 40 km vom Istion Club entfernt) haben gezeigt, dass Chalkidiki bereits vor 700.000 Jahren vom Urmenschen "Archanthropos" (Archanthropos Europaeus Petraloniensis) bewohnt war. Ein Schädelfund in selbiger Höhle wurde auf 200.000 Jahre datiert.

Die ersten Kolonien: In der jüngeren vorchristlichen Geschichte wurden die ersten Gemeinden in Chalkidiki um ca. 4000 v. Chr. von Pelasgern und Thrakiern gebildet.

Gegen Ende des Trojanischen Krieges landeten die Pelineis aus Peloponnes in Skioni auf Kassadra, um ihre Vorräte aufzufüllen. Doch die kriegsgefangenen Trojanischen Frauen, die sie unfreiwillig begleiteten, setzen die  gesamte Flotte in Brand und zwangen die Pelineis somit in Skioni bleiben.

Die Bevölkerung der Chalkidiki erhöhte sich sprunghaft im 8. Jahrhundert v. Chr., durch eine große Anzahl von Siedlern, die aus Chalkida einwanderten; daher stammt auch der Name unserer Region Chalkidiki.

Als Chalkidiki sich im 5. Jahrhundert v. Chr. den Griechen im Krieg gegen die Perser anschloss, eroberten die Perser die damals wichtigste Stadt Olynthos. Von 486 bis 483 v. Chr. verbrachte der persische König Xerxes drei Jahre auf Athos. Um den Durchgang seiner Invasionsflotte im Jahre 483 v. Chr. zu ermöglichen, befahl er die Aushebung eines Kanals an der Landenge Halbinsel Athos am heutigen Ort Nea Roda.

Im Jahre 480 v. Chr. wurden die Perser von Griechenland in der Schlacht von Salamis besiegt. Allerdings führte erste ein Volksaufstand, angeführt von Olynthos und Potidea dazu, dass auch Chalkidiki von den Persern befreit wurde.

Aristoteles und Alexander der Große: Aristoteles wurde im Jahre 384 v. Chr. in Stagira, einem Dorf in der Nähe der Ostküste von Chalkidiki, geboren. Er war Schüler des großen Philosophen Platon und einer der bekanntesten und einflussreichsten Philosophen aller Zeiten. Nach Platons Tod beeinflusste Aristoteles viele bestehende und etablierte, aber auch zahlreiche neue Lehren und Disziplinen. Dazu gehörten Ästhetik, Biologie, Ethik, Linguistik, Logik, Metaphysik, Musik, Physik, Poesie, Politik, Regierung, Rhetorik, Theater und Zoologie. Aristoteles wird von vielen Gelehrten als der erste echte Wissenschaftler der Geschichte betrachtet.

Zwischen 356 und 323 v. Chr. unterrichtete Aristoteles auf Wunsch von Philipp II, König von Mazedonien, dessen Sohn, Alexander den Großen. Dadurch hatte Aristoteles Zugang zu nahezu unbegrenzten Mitteln, und gründete eine Bibliothek im Lyceum, die ihm die Produktion von vielen Hunderten seiner Bücher ermöglichte. Als Leiter der Königlichen Akademie von Makedonien unterrichtete er neben Alexander den Großen auch zwei weitere zukünftige Könige: Ptolemäus und Kassandros.

Im Jahre 348 v. Chr. wurde Chalkidiki unter Philipp II von Mazedonien Teil seines Königreichs. Später unter der Herrschaft von Alexander dem Großen, wurden neue Städte in Chalkidiki gegründet: Ouranoupolis, Kassandria und Antigonia.

Niedergang und Zerfall: Im Jahre 168 v. Chr. wurde Chalkidiki Teil des Römischen Reiches. Damit begann eine langwierige Periode des Niedergangs, während die Städte unter die Kontrolle römischer Kaufleute kamen. In den folgenden Jahrhunderten ging das römische Reich fast nahtlos in das Byzantinische Reich über.

Im 6. Jahrhundert nach Christus litt Chalkidiki unter den Angriffen der Hunnen. Diese wurden in den folgenden Jahrhunderten von Angriffen der Katalanen und später der Venezianer gefolgt.

Kampf um Freiheit: Im Jahre 1430 marschierten die Türken in Chalkidiki ein und übernahmen die Herrschaft  von den Venezianern. Nur wenige Jahrzehnte später umfasste das Osmanische Reich das gesamte griechische Staatsgebiet. Die osmanische Besetzung Griechenlands dauerte fast 400 Jahre, bis zum Unabhängigkeitskrieg im Jahre 1821, an dem auch Chalkidiki teilnahm. Allerdings wurde Chalkidiki selbst erst nach dem mazedonischen Krieg im Jahre 1912 von den Türken befreit und trat erst daraufhin dem Rest vom unabhängigen Griechenland bei.

Ein neuer Anfang: Ein neues Kapitel in der Geschichte der Chalkidiki begann mit der Ankunft von Tausenden von Kriegsflüchtlingen aus Kleinasien: ca. 30 neue Dörfer sprangen ins Leben, zu denen unter anderem Nea Fokea, Nea Skioni, Nea Plagia und Nea Moudania gehören.

Bis heute ist der Einfluss der griechisch-mazedonischen Wurzeln unverkennbar in allen Aspekten der Region wiederzufinden: in den Menschen und ihren Traditionen, ihren Bräuchen, Kultur, Liedern und Glauben, sowie in der Architektur ihrer Gebäude und Häuser.

Antike Stätten

Zu den wichtigsten antiken Stätten in Chalkidiki gehören der Park des Aristoteles, und die antiken Orte  Akanthos, Olynthos, Toroni und Stagira.

Religiöse Stätten

Religion hat schon immer eine wichtige Rolle in Chalkidiki gespielt. Es gibt zahlreiche Stätten, die einen Besuch wert sind, wie das Kloster "Zografou" in der Nähe von Nea Moudania, die Klöster "Die Verkündigung der Gottesmutter" und "St. Arsenios der Kappadokier" beide in Ormylia befindlich, das Kloster "Agios Prodromos" (Johannes der Täufer) in Metamorfosi, und "Agia Anastasia Farmakolytria" (im bergigen Chalkidiki), um nur einige zu nennen.

Der Heilige Berg Athos

Die wichtigsten religiösen Stätten der Region sind aber sicherlich die monumentalen Klöster der Mönchsrepublik Berg Athos, die seit 1988 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Das erste, größte und bekannteste der 20 Klöster, die heute dort existieren, ist "Megisti Lavra", das im Jahre 963 n. Chr. vom byzantinischen Mönch Athanasios von Athos gegründet wurde. In den darauffolgenden Jahren wurden weitere große Klöster von Mönchen aus Bulgarien, Georgien, Rumänien, Russland und Serbien ins Leben gerufen.

Zudem gibt es im Berg Athos zahlreiche kleine Gemeinschaften von Mönchen, die Skyten genannt werden. Diese sind wie kleine Dörfer angelegt, mit Kalivia (Hütten) und Kellia (Zellen), die um ein Hauptgebäude liegen. Außerdem leben einige asketische Mönche in Hütten und Höhlen (Klausen), die sich in den Hängen des Berges befinden.

Die Mönchsrepublik blickt auf eine reiche Tradition in der Ikonenmalerei zurück, die bis ins Mittelalter reicht und bekannt für ihre zahlreichen Kunstateliers und -Schulen ist.

Ca. 2.000 Mönche leben zurzeit in der Mönchsrepublik und richten sich an eine strenge, tägliche Routine und nach dem Julianischen Kalender und byzantinischer Zeit. Alle Klöster schließen ihre Tore bei Sonnenuntergang und öffnen diese erst zum Sonnenaufgang wieder. Vor dem ersten Tageslicht rufen die Klosterglocken die Mönche zum Morgengebet.

Jedes Kloster hält an einem bestimmten Tag eine große Feier zu Ehren seines Titelheiligen (Agios). Das wichtigste Fest ist aber Mariä Himmelfahrt und wird am 15. August (Julianische Kalender 28. August) zu Ehren der Jungfrau Maria gefeiert. Wegen seiner Hingabe an die Jungfrau Maria, ist der Heilige Berg Athos auch bekannt als der "Garten der Jungfrau Maria" und Grund dafür, dass keiner anderen Frau der Zugang erlaubt ist.

Der heilige Berg gilt als eine der Hauptattraktionen in Nordgriechenland und ist auf jeden Fall einen Ausflug wert.

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